TU Berlin
Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft
Leiter des Fachgebietes Medizintechnik an der Technischen Universität Berlin Der 1967 in Hennigsdorf bei Berlin geborene Autor hat sein erstes Studium an der Offiziershochschule für Militärflieger, Bautzen im Jahr 1989 abgeschlossen und war danach als Jagdflieger in Neubrandenburg eingesetzt. Ein Zweitstudium des Maschinenbaus mit anschließender Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Berlin schloss sich an. Es folgten 1999 die Promotion und anschließend eine fünfjährige industrielle Tätigkeit als Entwicklungsleiter bei der Vanguard AG, Berlin bzw. bei der Otto Bock HealthCare GmbH, Duderstadt. Seit 2004 ist der Autor Universitätsprofessor und Leiter des Fachgebietes Medizintechnik der Technischen Universität Berlin. Im Zentrum für innovative Gesundheitstechnologie (ZiG) und im übergeordneten Innovationszentrum Technologien für Gesundheit und Ernährung (IGE) an der TU Berlin hat er die Aufgaben eines Sprechers und Leiters verschiedener Arbeitsgruppen übernommen.
Fachgebiet Medizintechnik an der Technischen Universität Berlin
Die Tradition der Medizintechnik an der Technischen Universität Berlin reicht bis in das Jahr 1916 zurück, als eine „Prüfstelle für Ersatzglieder“ ihre Arbeit aufnahm. Der Tätigkeitsschwerpunkt dieser Institution lag in der wissenschaftlichen Prüfung und Begutachtung von Gliedmaßenprothesen. Ausgeweitet auf andere Hilfsmittel und Medizinprodukte ist auch heute die Erarbeitung von Prüf- und Bewertungsmethoden sowie ihre Umsetzung durch den Aufbau von Prüfgeräten und Simulatoren eine wichtige Themenstellung der Forschung am Fachgebiet Medizintechnik. Weitere Forschungsgebiete liegen im Bereich der Entwicklung medizinischer Geräte, Instrumente und Hilfsmittel sowie in der Entwicklung von Reinigungs- und Desinfektionsverfahren für Medizinprodukte. Im Vordergrund stehen mechanische, experimentelle und konstruktionstechnische Aufgabenstellungen.
Aktuell werden folgende Forschungsprojekte bearbeitet:
- Untersuchung der Mobilität von prothetisch versorgten Oberschenkelamputierten mit Erfassung der mechanischen Prothesenbeanspruchung
- Entwicklung von validierten Prüf- und Bewertungsmethoden für Knie-Orthesen
- Bewertung von Hilfsmitteln in physiologischen Beanspruchungssituationen unter Nutzung der Magnetresonanztomografie
- Konzeption und Entwicklung eines Stand- und Schwungphasen-Simulators für Beinprothesen
- Entwicklung eines Belastungsindikators für Beinprothesen
- Technische Realisierung von transkutanen, knochenverankerten Extremitätenprothesen
- Analyse des Einflusses von Evakuierungs- und Sterilisationsparametern auf die Penetration von Hohlkörpern bei der Dampfsterilisation
- Entwicklung thermischer Gewebefusionstechniken für die minimal-invasive Chirurgie
- Untersuchung der Mensch-Technik-Interaktion in der minimal-invasiven Chirurgie und beim Einsatz von Hilfsmitteln
Die Forschung des Fachgebietes Medizintechnik ist anwendungsnah und wird überwiegend über industrielle Auftraggeber finanziert. Seit der Neubesetzung des Lehrstuhls im April 2004 konnten Forschungsmittel in einem Gesamtvolumen von über 3,5 Mio. Euro eingeworben werden, derzeit sind elf wissenschaftliche Mitarbeiter in den genannten Projekten tätig. Das Fachgebiet betreibt zwei Labore mit verschiedenen servohydraulischen und elektromechanischen Prüfständen, ein Elektroniklabor, eine mechanische und eine orthopädietechnische Werkstatt. Umfangreiche Messtechnik inklusive eines Ganganalysesystems steht zur Verfügung.
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